Heute – im März 2022 – ist die gesamtgesellschaftliche Bedrohung durch Hunger durch den Krieg in der Ukraine und die damit zusammenhängenden Folgen für die u.a. Getreideproduktion, immens gestiegen.

Durch die voraussichtliche Nicht-Produktion in der Ukraine, die als eine der Kornkammern der Welt gilt und die durch den Krieg entstandenen Sanktionen gegen Russland, werden viele Länder der Dritten Welt aber auch Schwellen- und Industrieländer kein Getreide oder weniger Getreide zukaufen können, die die Preise bereits jetzt in enorme Höhen geschnellt sind (z.Zt. durchschnittlich 400USD/t). Gerade für Entwicklungsländer aber auch für Schwellenländer, die derzeit bereits vor der nächsten Dürreperiode stehen wird dies einen weiteren Rückschritt in der Herstellung von Ernährungssicherheit für die Bevölkerung bedeuten.

Es ist bereits jetzt davon auszugehen, dass sich hierdurch, neben den ohnehin bestehenden Fluchtbewegungen auf der Welt, weitere große Fluchtbewegungen, bedingt durch Hunger, entwickeln werden.

Sicher ist wohl auch, dass wir dies kurzfristig nicht lösen können werden. Gerade deshalb ist es unabdingbar sich – vor allem seitens der Industrieländer – dem Thema Hunger und damit verbunden der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern zu widmen und dort für günstige Möglichkeiten zu sorgen, effiziente Landwirtschaft zu sorgen. Und dies unter Einhaltung der Prämisse von Bodenerhaltung und Humusgenerierung.

Die Regierungen der Entwicklungsländer müssen im Weiteren dafür Sorge tragen, dass zur Verfügung gestellte Mittel zweckgebunden verwendet werden und der Korruption Einhalt geboten wird.

SDG Ziel 2 – KEIN HUNGER Den Hunger beenden und Ernährungssicherheit schaffen.

Unterziel 2.1

Bis 2030 den Hunger beenden und sicherstellen, dass alle Menschen, insbesondere die Armen und Menschen in prekären Situationen, einschließlich Kleinkindern, ganzjährig Zugang zu sicheren, nährstoffreichen und ausreichenden Nahrungsmitteln haben

Unterziel 2.2

Bis 2030 alle Formen der Mangelernährung beenden, einschließlich durch Erreichung der international vereinbarten Zielvorgaben in Bezug auf Wachstumshemmung und Auszehrung bei Kindern unter 5 Jahren bis 2025, und den Ernährungsbedürfnissen von heranwachsenden Mädchen, schwangeren und stillenden Frauen und älteren Menschen Rechnung tragen

Unterziel 2.3

Bis 2030 die landwirtschaftliche Produktivität und die Einkommen von kleinen Nahrungsmittelproduzenten, insbesondere von Frauen, Angehörigen indigener Völker, landwirtschaftlichen Familienbetrieben, Weidetierhaltern und Fischern, verdoppeln, unter anderem durch den sicheren und gleichberechtigten Zugang zu Grund und Boden, anderen Produktionsressourcen und Betriebsmitteln, Wissen, Finanzdienstleistungen, Märkten sowie Möglichkeiten für Wertschöpfung und außerlandwirtschaftliche Beschäftigung

Unterziel 2.4

Bis 2030 die Nachhaltigkeit der Systeme der Nahrungsmittelproduktion sicherstellen und resiliente landwirtschaftliche Methoden anwenden, die die Produktivität und den Ertrag steigern, zur Erhaltung der Ökosysteme beitragen, die Anpassungsfähigkeit an Klimaänderungen, extreme Wetterereignisse, Dürren, Überschwemmungen und andere Katastrophen erhöhen und die Flächen- und Bodenqualität schrittweise verbessern

Unterziel 2.5

Bis 2020 die genetische Vielfalt von Saatgut, Kulturpflanzen sowie Nutz- und Haustieren und ihren wildlebenden Artverwandten bewahren, unter anderem durch gut verwaltete und diversifizierte Saatgut- und Pflanzenbanken auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene, und den Zugang zu den Vorteilen aus der Nutzung der genetischen Ressourcen und des damit verbundenen traditionellen Wissens sowie die ausgewogene und gerechte Aufteilung dieser Vorteile fördern, wie auf internationaler Ebene vereinbart

Unterziel 2.a

Die Investitionen in die ländliche Infrastruktur, die Agrarforschung und landwirtschaftliche Beratungsdienste, die Technologieentwicklung sowie Genbanken für Pflanzen und Nutztiere erhöhen, unter anderem durch verstärkte internationale Zusammenarbeit, um die landwirtschaftliche Produktionskapazität in den Entwicklungsländern und insbesondere den am wenigsten entwickelten Ländern zu verbessern

Unterziel 2.b

Handelsbeschränkungen und -verzerrungen auf den globalen Agrarmärkten korrigieren und verhindern, unter anderem durch die parallele Abschaffung aller Formen von Agrarexportsubventionen und aller Exportmaßnahmen mit gleicher Wirkung im Einklang mit dem Mandat der Doha- Entwicklungsrunde

Unterziel 2.c

Maßnahmen zur Gewährleistung des reibungslosen Funktionierens der Märkte für Nahrungsmittelrohstoffe und ihre Derivate ergreifen und den raschen Zugang zu Marktinformationen, unter anderem über Nahrungsmittelreserven, erleichtern, um zur Begrenzung der extremen Schwankungen der Nahrungsmittelpreise beizutragen

Kommentar:
Diese hehren Ziele sind jedoch nicht verwirklichbar, wenn man landwirtschaftlich geeignete Flächen zu, vor allem, Monokulturen umfunktioniert. Gerade hierdurch wird die Bodenqualität gesenkt und die Abhängigkeit von wiederum teuren Düngemitteln steigt unverhältnismäßig. Ebenso ist ein erhöhter Energieverbrauch für die Bewirtschaftung zu beobachten Wir sehen das aktuell in Europa, den USA. Insofern würde es wenig Sinn machen, dieses Fehlverhalten in den Entwicklungsländern zu etablieren, allein schon da hier noch weit weniger finanzielle Mittel bereitstehen.

Die Notwendigkeit einerseits zu einer Sicherung der Ernährung und andererseits zu einem dem Klima und den Ernährungsbedürfnissen der Bevölkerung zu kommen setzt voraus, dass vor allem traditionelle Lebensmittel angebaut werden und weniger Flächen für die Produktion von vor allem als Handelsgüter genutzte Lebensmittel wie Weizen oder Mais verbraucht werden. Nur ein gesundes Ökosystem sorgt für weniger Armut und Hunger und entsprechend für eine gesicherte Zukunft von Milliarden von Menschen. Bei uns auf der Nordhalbkugel ebenso wie auf der Südhalbkugel.

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