Wir schreiben den 4. März 2022 – in der Ukraine herrscht Krieg. Ein Krieg der sicher alles überschattet, was wir denken, fühlen, welche Gespräche wir führen. Und doch darf Putins Krieg uns nicht dazu verleiten uns lähmen zu lassen. Im Gegenteil – gerade jetzt ist es wichtig Nachhaltigkeit, die Ziele der SDG noch aktiver anzugehen. Denn, gerade die Erfüllung der Ziele, mehr noch – die Wege zur Erfüllung dieser Ziele schafft eine starke Basis, dass die Putins dieser Welt, weniger Chancen haben sich durchzusetzen. Ja – die SDG, Nachhaltigkeit ist auch Arbeit an einem friedvollen und respektierenden Miteinander. Unter den einzelnen Menschen. Unter Staaten.

In der vergangenen Nacht wurde Europas (Kontinental) größtes Kernkraftwerk angegriffen, zum Glück bislang ohne Zerstörung der Reaktoren und ohne Austritt von Strahlung. In Tschernobyl haben russische Truppen das Kommando übernommen, die Strahlenwerte haben sich erhöht.

All dies geschieht in _der_ Kornkammer Europas. Am heutigen Tag erfahren die Weltmarktpreise für Getreide, insbesondere Weizen, bereits Rekordhöhen.


Gerade jetzt also ist es wichtig sich der Umsetzung der SDG aktiv zu widmen. Also fange ich mit dem wohl Wichtigsten an – der Armut.

SDG Nr. 1 – KEINE ARMUT – Armut in allen ihren Formen und überall beenden.

Unterziel 1.1  – Bis 2030 die extreme Armut – gegenwärtig definiert als der Anteil der Menschen, die mit weniger als 1,25 Dollar pro Tag auskommen müssen – für alle Menschen überall auf der Welt beseitigen.

Unterziel 1.2  – Bis 2030 den Anteil der Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, die in Armut in all ihren Dimensionen nach der jeweiligen nationalen Definition leben, mindestens um die Hälfte senken.

Kommentar:

Inzwischen liegt der Wert für extreme Armut bei 1,90 USD – also jeder Mensch der pro Tag weniger als diesen Betrag zur Verfügung hat lebt in extremer Armut – heute sind das weltweit ca. 760 Mio. Menschen. Verschärft wurde diese Situation vor allem durch die weltweite CoVid19-Pandemie. Allein diese Pandemie hat bis 120 Mio. Menschen zurück in die Armut getrieben.

Allein In Deutschland leben derzeit 13,4 Mio. Menschen (das entspricht 16,7%, Stand 16.12.21) in Armut.

„Als arm gilt jede Person, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt. Dabei handelt es sich um das gesamte Nettoeinkommen des Haushaltes inklusive Wohngeld, Kindergeld, Kinderzuschlag, anderer Transferleistungen oder sonstiger Zuwendungen.“ (EU-Definition). „Im Jahr 2021 beträgt der durchschnittliche Netto-Arbeitslohn – auch als Durchschnittsgehalt oder Durchschnittseinkommen bezeichnet – je ledigem Arbeitnehmer ohne Kinder (Steuerklasse I/0) ca. 24.539 Euro (Schätzung)“ (Quelle destatista).

Es geht also nicht nur um „die Menschen irgendwo“ – es geht bei den SDG auch um Menschen die unsere Nachbarn sein können, oder zu denen wir selbst oftmals viel zu schnell gehören könnten.

Unterziel 1.3  – Den nationalen Gegebenheiten entsprechende Sozialschutzsysteme und Maßnahmen für alle umsetzen, einschließlich eines Basisschutzes, und bis 2030 eine breite Versorgung der Armen und Schwachen erreichen.

Unterziel 1.4  – Bis 2030 sicherstellen, dass alle Männer und Frauen, insbesondere die Armen und Schwachen, die gleichen Rechte auf wirtschaftliche Ressourcen sowie Zugang zu grundlegenden Diensten, Grundeigentum und Verfügungsgewalt über Grund und Boden und sonstigen Vermögensformen, Erbschaften, natürlichen Ressourcen, geeigneten neuen Technologien und Finanzdienstleistungen einschließlich Mikrofinanzierung haben.

Kommentar:

Wir schreiben 2022 – und selbst hier in Deutschland steht Menschen in Armut die zugleich ALG2 beziehen (als Lebensunterhalt und/oder als Aufstockung) dies nicht zur Verfügung. Zwar soll sich durch die neue Bundesregierung hierzu einiges ändern. Doch werden gerade auch bei uns in Deutschland Menschen in Armut immer noch als „faul“ hingestellt. Die Gründe in Armut zu geraten sind so vielfältig – und sie können jeden treffen. Selbst ein hoher Bildungsgrad schützt nicht zwingend davor. Als eines der reichsten Länder der Welt, sollten wir in der Lage sein hier gegen zu steuern und Armut im eigenen Land vermeiden können.

Unterziel 1.5  – Bis 2030 die Widerstandsfähigkeit der Armen und der Menschen in prekären Situationen erhöhen und ihre Exposition und Anfälligkeit gegenüber klimabedingten Extremereignissen und anderen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Schocks und Katastrophen verringern.

Unterziel 1.a  – Eine erhebliche Mobilisierung von Ressourcen aus einer Vielzahl von Quellen gewährleisten, einschließlich durch verbesserte Entwicklungszusammenarbeit, um den Entwicklungsländern und insbesondere den am wenigsten entwickelten Ländern ausreichende und berechenbare Mittel für die Umsetzung von Programmen und Politiken zur Beendigung der Armut in all ihren Dimensionen bereitzustellen.

Unterziel 1.b  – Auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene solide politische Rahmen auf der Grundlage armutsorientierter und geschlechtersensibler Entwicklungsstrategien schaffen, um beschleunigte Investitionen in Maßnahmen zur Beseitigung der Armut zu unterstützen.

Kommentar:

Seit dem 24.02.2022 ist auch Europa (Kontinental) wieder vom Krieg berührt. Einem Krieg, der, anders als der Jugoslawien-Krieg und dessen Folgen, tatsächlich erheblich weitreichendere Folgen für die Sozial- und Wirtschaftssysteme in der EU und ganz Kontinentaleuropa haben wird.

Gelinde gesagt – wir sind in keiner Form darauf vorbereitet dieses „Extremereignis“ dauerhaft abzufedern und es wird uns allen – Industrie, KMU, den Gesellschaften ein hohes Maß an Resilienz, Zusammenhalt und Kooperation fordern, um allein auf dem Gebiet von Kontinentaleuropa Armut zu vermeiden. Hinzu kommt die Aufgabe, im selben Zuge die Staaten, die unter einer sehr hohen Armutsquote (weniger als 1,90USD/Tag) leiden in Maßnahmen zu integrieren, die auch dort den Lebensstandard erhöhen, das Gesundheitswesen verbessern und damit auf Dauer die Geburtenraten zu senken.

Ich werde sicherlich noch öfter und detaillierter hierauf eingehen. Gerade in Bezug auf Politik, Entwicklungshilfe, Korruption und Korruptionsvermeidung.

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