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Im 20ten Jahrhundert hat sich Landwirtschaft sehr stark verändert. Dies ist weniger einem höheren Profitstreben der ehemaligen Familienbauernhöfe geschuldet, sondern in der Verdreifachung der Weltbevölkerung und damit des höheren Bedarfs an Lebensmitteln. Entsprechend industrialisiert ist Landwirtschaft heutzutage. Teilweise in Maßen, die weder für das Ökosystem noch für die Menschen gesund ist. Also auch nicht für die Landwirte.

Insofern ist es wichtig den Aspekt, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb weder Hobby ist noch dieser Abstand nehmen kann von wirtschaftlichen Erzeugungsgesichtspunkten und dem Bedürfnis des Staates Steuereinnahmen zu generieren.

Die Notwendigkeit ein industrialisiertes, gewinnorientierten landwirtschaftliches Unternehmen zu sein hat jedoch auch zu einer geringeren Artenvielfalt der Anbaupflanzen und einer Ausmagern der Böden geführt. Es ist zur Praxis geworden einjährige Pflanzen anzubauen und die Böden zu pflügen oder zu grubbern. Doch Böden sind die „Haut“ unseres Planeten. Diese 20 bis 30 Zentimeter besonders fruchtbarer Boden/Mutterboden sind unser aller „Luft zum Atmen“. Dieser Mutterboden trägt in entscheidender Art und Weise zu unserer Gesundheit und Wohlergehen – unserem Leben –  bei (siehe SDG 3). Das Leiden unserer Böden wird auch bedingt durch Chemikalien die, die in der Erde befindlichen Mikroorganismen vernichten, was zur Folge hat, dass Böden schlicht tot sind. Sie sind letztlich in vielen Fällen nur noch „nasser Staub“. Was dies zur Folge hat, kann man bereits seit Jahren in den USA beobachten. Eine Wiederholung dieses Fehlverhaltens (und damit ist auch der Verbraucher gemeint) ist kaum anzuraten.

Was also brauchen wir?

Zunächst sicherlich neue Anbaumethoden. Weg von Monokulturen und einjährigen Pflanzen, hier muss die Erde jedes Jahr gepflügt werden und die Notwendigkeit immer mehr und „wirksamere“ Pestizide und Herbizide zu verwenden steigt exponentiell. Die meisten heute verwendeten Nutzpflanzen wurden über die letzten 3-4000 Jahre aus mehrjährigen Arten gezüchtet. Die Krux – eine solche Umgestaltung der Landwirtschaft auf mehrjährige und teils höher gegen Krankheiten resistente Sorten, ist ein langfristiger Prozess. Es dauerte ggf. viele Generationen bis die geeigneten Pflanzen in ausreichender Menge gezüchtet sind und die notwendigen Pflanzengemeinschaften mit den richtigen Sorten funktionieren.

Hier könnte Genetik im Sinne von „intelligenten Züchten“ hilfreich und sinnvoll sein. Ich weiß, wie so mancher nun innere Abwehr entwickelt. Doch – intelligentes Züchten – ist fernab von einer Genetik die einen „pflanzlichen Centaur“ entwickelt. Das ist und das sollte grundsätzlich nicht das Ziel von Genetik sein – und ist es auch in den meisten Laboren nicht.

Intelligentes Züchten bedeutet, dass die in einer Pflanze schlummernden Eigenschaften der natürlichen Vererbung entdeckt, untersucht und durch Veränderung erweckt werden. Das heißt vor allem auch, dass der durch Kreuzung und Züchten langwierige und nicht immer erfolgreiche Vorgang gezielt verkürzt wird und grundsätzlich erfolgreicher ist. Dies auch in Bezug auf „gefährliche Züchtungen“ die Laib und Leben von Tier und Mensch bedrohen könnten.

Die Genanalyse für die intelligente Züchtung nimmt dieselben Pflanzen als Ausgangspunkt und stellt fest welche Gene der Pflanze für die gewünschten Eigenschaften verantwortlich sind und wie sie ggf. mit anderen Genen zusammenwirken. Heutzutage sind wir hierdurch in der Lage gewünschte Eigenschaften zu aktivieren bzw. unerwünschte Eigenschaften zu deaktivieren und so vermeiden wir auch die Züchtung Pflanzen durch Arten (Tomate und Lachs) die in der Natur keine Berührungspunkte aufweisen.
Insofern hat intelligentes Züchten und die weithin verbreitete Horrorvorstellung von Genetik so viel miteinander zu tun wie eine Tomate mit Anthrax.

Intelligente Züchtungen tragen in der Zukunft mit dazu bei, dass Böden weniger ausmagern und erodieren.

Ein weiteres Beispiel für die positive Verwendung von Biotechnologie ist das Projekt „New Rice For Africa“ (NERICA) – mehr als 3.000 NERICA-Sorten sind entstanden und afrikanische Bauern können so einen Reis auswählen, der den regionalen Anforderungen gewachsen ist und die Ernährungssituation der regionalen Bevölkerung verbessert. Hier der Link zu Africa Rice: https://www.africarice.org/nerica

Hier noch eine interessante Website zum Thema „intelligente Züchtung“: https://www.transgen.de/forschung/2537.kreuzen-gentechnik-genome-editing-pflanzenzuechtung.html

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